Dienstag, 3. September 2013

Tadschikistan - Duschanbe


17.08.2013 - 19.08.2013

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Nach 3 Wochen in der Pamirregion hiess es langsam Abschied nehmen. Unser naechstes Ziel sollte Duschanbe, die Hauptstadt Tadschikistans sein. Dafuer mussten wir aber erstmal dahin kommen.
Unser Favorit war ein Flug (durch die Berge, nicht ueber die Berge) von Khorog, nur leider war dieser schon Wochen vorher ausgebucht. Wir versuchten zwar noch Tickets zu bekommen, aber das war ein sinnloses Unterfangen. Einmal, weil vorher schon Fluege gecancelt wurden (wegen dem Wetter - es wird nur bei absolut bestem Wetter geflogen) und auch deshalb, weil ueberhaupt nicht ersichtlich war, wie der Verkauf der Tickets funktionierte. Da gab es einen Raum mit einem Loch, wirklich einem Loch, in der Wand, das gerade mal so gross war, das man die Augen des "Kunden" sehen konnte. Dahinter sass auch jemand, aber getan hat er nix. So bildete sich nach und nach eine Schlange, jeder guckte mal in das Loch und das war's. Da unsere Russischkenntnisse nur mit Armen und Fuessen funktionieren, gaben wir schliesslich auf. Die Alternative zum 45minuetigen Flug war nun eine Fahrt mit dem Auto - die bis zu 18 Stunden dauern kann (ca. 700 km).
Frueh morgens treffen sich die zukuenftigen Duschanbe-Reisenden auf einem zentralen Platz. Im Normalfall stehen Mitsubishi-Jeeps bereit, die, wenn denn voll (in der Regel 6-7 Personen) die lange Reise beginnen. Die Qual der Wahl hatten wir, immer unter dem Aspekt, bei welchem Auto besteht die beste Chance, dass es schnell voll wird und es losgehen kann. Schliesslich entschieden wir uns fuer einen Jeep, in dem auch ein englischsprechender Tadschike mit seinem Sohn mitfuhr. Dies war auch ein Argument, denn wir haben sehr abenteuerliche Sachen ueber die Strecke und den Strassenzustand gehoert. Und wenn ein Vater mit seinem Kind mitfaehrt, wird hoffentlich auch der Fahrer darauf Ruecksicht nehmen - so meine Gedanken.
Schliesslich starteten wir kurz nach 8.00 Uhr mit 8 Erwachsenen (davon zwei Amerikanerinnen, die in Georgien an einer internationalen Schule arbeiten) und 2 Kindern.
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Packen fuer die Fahrt nach Duschanbe
Mit einer einstuendigen Pause zum Mittagessen brauchten wir fuer die Strecke schliesslich 13 Stunden, also gegen 22.00 Uhr waren wir in Duschanbe.
Die Strasse hielt dabei, was sie versprach: unbefestigt,
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Rough Road
staubig, teilweise enge Kurven. So ist man immer nahe daran in den Fluss Pyanj (Vorlaeufer des Amu Darja) zu fahren. Wir haben aber einen guten Fahrer erwischt, der zwar auch immer mit dem Handy oder dem MP3-Player rumhantierte, aber trotzdem einen sicheren Eindruck hinterliess (das Gefuehl hatten wir nicht immer, bei den vielen Fahrten die wir machten).
Sehr beeindruckend war auch noch die andere Seite des Flusses. Dort befindet sich Afghanistan welches hier, im Gegensatz zum Wakhan-Tal, viel belebter wirkte. Die Menschen haben hier in die steilen Felsen der Pamirberge Wege gehauen und gebaut, die sehr atemberaubend und schwindelerregend aussahen. Leider haben wir davon kein Foto.
So, wir sind in Duschanbe und haben uns ein Zimmer im zentral gelegenen und von aussen sehr solide aussehenden Hotel "Vakhsh" genommen.
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das Hotel "Vakhsh" - von aussen
Die Zimmer sind sehr einfach und spartanisch eingerichtet, das Bad eine Baustelle und der Putz broeckelt von den Waenden, aber es gibt Etagenfrauen (sogenannte Deschurnajas), mit teppichbelegte Treppen und ein Hauch von Geschichte.

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der Eingangsbereich,...
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unser Zimmer,...
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und das Bad (sehr nett)
      
Waehrend des Buergerkrieges Anfang der 90er Jahre war das Hotel von Rebellen der Mudschahedin besetzt und auch beschossen wurden. Davon sieht man heute aber nix mehr.
Von hier aus erkundeten wir die Stadt, und landeten als Erstes bei einem Essen zum Gedenken an einen Verstorbenen. Eigentlich waren wir auf der Suche nach einer Fruehstuecksmoeglichkeit und da war fuer uns das gleich nebenan liegende Restaurant "Vakhsh" eine erste Anlaufstelle. Dort waren die Tische alle reich gedeckt mit Brot, Keksen, Suessigkeiten, Obst und und und. Da alle Leute dort fein gekleidet herumliefen, legten wir gleich den Rueckwaertsgang ein - aber zu spaet - man hatte uns entdeckt. Wir wurden eingeladen und der Gastgeber erlaeuterte uns, dass es hier so sei, dass nach dem 40. Tag des Todes eines Angehoerigen ein Essen fuer Alle gegeben wird. Jeder der moechte (oder wie wir, "zwangsverhaftet" wird) kann daran teilnehmen. So hatten wir das beste Fruehstueck und ein interessantes Gespraech mit dem Gastgeber, der in den USA lebt. Wir sprachen ueber alles Moegliche, von Durchschnittseinkommen, ueber Arbeitsbedingungen bis zu Sinn und Unsinn von Gentechnik, immer wieder durch ein muslimisches Gebet unterbrochen.
Danach waren wir gestaerkt fuer die Stadterkundung. Das Zentrum bildet die Rudaki-Strasse. Um sie herum befinden sich Gebaeude, die gut erhalten und auch sehr modern sind. 
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Duschanbe Plaza
Diese Modernitaet hatte fuer uns aber auch Folgen. Neben der eigentlichen Stadtbesichtigung hatten wir auch ein paar andere Sachen zu erledigen, z. B. die ersten Postkarten zu versenden. Also, den Stadtplan des Lonely Planet (LP) geschnappt und auf zur Post. Gut gedacht, aber die Post war weg! Eine grosse Baustelle tat sich vor uns auf. Jetzt begann die Suche nach der Post. Nach mehrmaligem Fragen und sich immer naeher herantasten fanden wir sie schliesslich nach einer Stunde ganz unscheinbar in einem kleinen Haus. Jetzt dauerte es aber nochmal 20 Minuten bis wir 3 Briefmarken hatten und die Karten im Briefkasten versenken konnten. Aehnlich erging es uns mit einem Basar, den wir besuchen wollten. Wir liefen durch einen schoen angelegten Park, der sich direkt neben dem neuen Regierungspalast befindet. Und genau auf diesem Gelaende war mal der Basar gewesen. Genau so erging es uns mit der Touri-Info, die aber gar nicht mehr zu finden war. Unser Guidebook ist 3 Jahre alt und ueberhaupt nicht mehr up to date - so schnell ist die Entwicklung hier in Duschanbe. Dabei ist uns aufgefallen, dass die Hauptstadt neu aufgebaut wird, waehrend es im Rest des Landes nicht mal ordentliche Strassen gibt. Andererseits sind manche Dinge noch da, was auch gut so ist. So existiert in Duschanbe (wie in Solingen) ein O-Bussystem, welches in den 50er Jahren (Sowjetzeit) entstanden ist.
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ein O-Bus
Zu den weiteren Sehenswuerdigkeiten gehoert die grosse Somoni-Statue sowie die Rudaki-Statue. Somoni (so auch die Bezeichnung der hiesigen Waehrung) war der tadschikische Vater der Nation, der Saminidenherrscher Ismail I.
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Somoni-Statue
Hinter dem Namen "Rudaki" verbirgt sich der Vater der neupersischen Poesie Abu Abdullah Djafar, der von 859 bis ca. 940/41 lebte und in Rudak geboren ist. Diese zwei Namen findet man ueberall in Tadschikistan. Beide Statuen sind von Parks mit vielen Springbrunnen umgeben.
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Rudaki-Denkmal im Rudaki-Park an der Rudaki-Strasse
Neben dieser alten geschichtlichen Zeit, findet man natuerlich auch noch Denkmaeler aus der Sowjetzeit, vor allem hinsichtlich des 2. Weltkrieges. Zu einem dieser Gedenkstaetten, sollte eine Seilbahn fahren. Wie das Wort "sollte" schon erahnen laesst, ist auch diese bereits seit Jahren ausser Betrieb. Also liefen wir auf den Huegel und sahen uns das Denkmal an, bevor wir uns ein Bier goennten. Der Blick auf die Stadt war leider nicht so gut, da es nicht klar war. Auch ein Panzerdenkmal zur Erinnerung an den 2. Weltkrieg existiert noch.
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Mahnmal fuer den 2. Weltkrieg
Neben diesen Dingen gibt es natuerlich noch Museen, Theater und eine Universitaet, die wir uns aber nicht angesehen haben - Asche auf unser Haupt.
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das Drama-Theater
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Darstellung bekannter Poeten Tadschikistans

Wir genossen nach mehreren Wochen wieder mal einen Cappucchino und Latte Macchiato. Am Abend konnte man schoen draussen sitzen und ein kuehles Bier trinken. 

ein kuehles Bier in Ehren, kann keiner verwehren
Duschanbe ist eine gruene und recht angenehme Hauptstadt, aber nach den 3 Tagen zog es uns weiter.
Bei unserer Abreise wurden wir jedoch "Opfer" einer gerade stattfindenden Konferenz zum Thema "Wasser". Da anscheinend viele wichtige Leute in der Stadt weilten, wurde die Rudaki-Strasse aller Nase lang gesperrt und auch die Busse mussten Umwege fahren. So landeten wir viel zu spaet auf dem Busplatz um noch ein Maschrutka (Sammeltaxi) in Richtung Iskanderkul zu bekommen. Dies hatte zur Folge, dass wir uns einer Menge von Taxifahrern erwehren mussten, die ueber jeden Fahrgast froh waren. Allerdings wollten sie alle Preise, die einem Privattaxi und nicht einem Sammeltaxi entsprachen. Nach einigem Verhandeln entschieden wir uns fuer ein Taxi, leider fuhr dieses auch nicht gleich los. Wir sollten noch 20 Minuten auf zwei weitere Fahrgaeste warten. Aus diesem 20 Minuten wurden schliesslich mehr als 90 Minuten. Als ich mich an den Strassenrand stellte und ein paar mal die Handbewegung wie beim Trampen machte kam Bewegung ins Spiel. Schliesslich fuhren wir doch nur noch mit einem Passagier mehr los. Damit war der Preis dann auch wieder ok.   


Zum Abschluss noch ein Raetsel:

In diesem Brauhaus 







muss Mann oder Frau erstmal das richtige "Oertchen" finden - siehe hier:








Donnerstag, 15. August 2013

Tadschikistan - die Pamirregion

22.07.2013 - 15.08.2013 

Die ersten Stunden verliefen noch auf kirgisischem Gebiet durch ein Flußtal aufwärts. Hinter einem Ort namens Sary Tash weitete sich das Land, und vor uns lag die nördliche Bergkette des Pamir, mit z.B. so bekannten Bergen wie dem Pik Lenin. Leider stauten sich an den Bergen die Wolken, so daß die Spitzen nicht zu sehen waren. Schade. Wir bogen auf den Pamir Highway ein, der hier eine ganz normale einspurige Straße ist. Kurz darauf war die Grenze zu Tadschikistan erreicht. Die Grenzkontrollen dauerten zwar lange, waren aber problemlos. Eigentlich wissen wir das gar nicht, da es der Fahrer erledigt hat (was hier immer so ist, wie wir an jedem Checkpoint gemerkt haben).
Unsere erste Station war am Karakul See. Das ist doppelt gemoppelt, denn "Kul" heisst See.
See
Der Kara-Kul (See)
Es ist ein sehr grosser tiefblauer See in einer durch Ihre Trostlosigkeit beeindruckenden Hochebene auf 3914m. Im Hintergrund sind die Eisriesen des Pamirs zu sehen. Besser wären sie allerdings ohne Wolken zu sehen gewesen...
Wir haben hier in unserem ersten "Homestay" übernachtet. Das ist hier die typische Unterkunft außerhalb der Städte (gibt es aber auch dort). Der Gastgeber hat entweder ein paar Räume für Gäste übrig oder macht einen bei Bedarf frei. Der Rest der Örtlichkeiten wird gemeinsam benutzt und Essen ist auch meist im Preis enthalten.
Wir haben uns noch den Ort angesehen, weiß gestrichene flache Häuser, eine Schule, ein Laden, Brunnen, und uns gefragt, was die Leute hier so tun. Außer das es Versorgungsposten am Pamir Highway ist, züchtet man hier Vieh, welches allerdings derzeit auf den Sommerweiden ist. Deshalb war das Dorf um diese Zeit auch ziemlich ausgestorben.
Am nächsten Tag fuhren wir dann weiter nach Murgab, eine "größere" Stadt am Highway, in einem weiten baumlosen Tal auf immerhin 3500m gelegen.
Das Städtchen Murgab
Hier wollten wir unsere ersten Ausflüge machen. Alles war arrangiert, am nächsten Tag nur noch fix unser 90-Tage-Visum registrieren und ab...  Wurde leider nichts, dieses Visum ist nur in Khorog (300km entfernt) registrierbar, und wir sollen uns beeilen, das auch zu tun. Scheixx Bürokraten, aber als Deutscher kennt man das ja. Also alles abgeblasen, Fahrgelegenheit organisiert und erstmal nach Khorog. Das geht über den Rest des Pamir Highways. Der erste Teil ist immer noch Hochebene, mit sehr schönen Bergformationen dazwischen. Dann geht es hinunter ins Gunt-Tal, und die Landschaft wird echt spektakulär. Rechts eine riesige Wand, links Eisberge mit Namen wie Marx, Engels, Majakowski.
Khorog ist Hauptstadt von GBAO (Berg Badakshan autonomer Oblast) und wesentlich wohnlicher als Murgab. Es ist grün, es gibt wieder Bäume, einen Park. Die Registrierung war mit Hilfe des Jeep-Fahrers schnell erledigt. Ein Homestay auch schnell gefunden. Also kümmerten wir uns um weitere Unternehmungen. Eine sehr interessante Tour ist diese durch den Wakhan-Korridor, ein Tal, welches sich Tadshikistan mit Afghanistan teilt. Da Transport hier teuer ist, hingen wir Zettel zur Suche nach Mitfahrern aus. 
Um die Wartezeit nicht in der Stadt zu verbringen, machten wir in der Zwischenzeit einen Ausflug aufs Land, in ein Tal namens Jizev. Die Fahrt mit dem Auto endete an einem Fluß, an dem eine Seilbahn aufs andere Ufer führte. Keine östereichische Kabinenbahn, sondern ein Holzkasten mit einer Kurbel. Von dort waren es dann 2,5h zu Fuß bergan bis ins erste Dorf. Landschaft wie so oft spektakulär. Gleich im ersten Haus fanden wir Unterkunft - ein ganzes Pamiri-Haus für uns!
"Unser" Pamiri-Haus von innen
So ein Pamiri-Haus sieht von außen aus wie ein eckiger Lehmhaufen mit Fenster, aber von innen: viel Teppiche, 5 Säulen für die 5 Heiligen, eine vierstufige Holzdecke (fur Himmel, Feuer, Wasser, Erde), erhöhte Sitz- und Schlafplätze, Solarlicht, sehr schön. Und es funktioniert gut. Obwohl die Hochlandsonne den ganzen Tag daraufschien, war es abends noch angenehm kühl. Wahrscheinlich funktioniert das auch im Winter andersherum: es soll hier Temperaturen bis -40°C geben.
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Ein See im Jizev-Tal
Hier haben wir dann Wanderungen den Fluß hinauf unternommen und uns das Leben in den Dörfen angesehen. Auch hier war das Vieh auf der Hochweide, aber da die Böden hier gut sind, wird auch angebaut: Weizen, Gerste, Kartoffeln, Zwiebeln, Tabak. Auf unseren Wanderungen sind wir auch imme wieder zum Tee eingeladen worden. Gastfreundschaft wird im Pamir großgeschrieben.
Zurück in Khorog hatten sich dann auch Leute für die Wakhan-Tour gemeldet, ein schweizer-französisches Paar und eine solo-reisende Schweizerin. Wir einigten uns schnell und es konnte losgehen. Die nächsten 3 Tage ging es dann am Pyanj-Fluß (ein Vorläufer des Amu-Darja) entlang, der hier die Grenze zu Afghanistan bildet.
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Yamchun-Fort im Wakhan-Tal. Dahinter Afghanistan.
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Eine wirklich heiße Quelle
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Geheime Zeichen (Petroglyphen)
Wir haben alte Forts gesehen (das Tal war Teil der südlichen Seidenstraße), uralte Petroglyphen und in heißen Quellen gebadet. Dazu wie immer schöne Landschaften. Leider hat der Hindukusch seine Spitzen viel zu oft in den Wolken versteckt. Am 4. Tag machte leider der Jeep schlapp (Kühlerschaden), zum Glück nahe des Pamir-Highway, und wir haben die Tour mit einem chinesischen Kleinbus beendet. Und so waren wir wieder in Murgab (s.o.) und nahmen unsere früheren Planungen wieder auf. 

Unsere Bekannte vom ersten Aufenthalt, eine kirgisische Studentin, hat dann auch alles wieder angerührt und so fanden wir uns zu einem "Yurtstay" gaaanz weit draußen wieder.
"Unsere" Jurte
Das ist dann sozusagen die schon erwähnte Sommerweide, und außer 3 Frauen und 2 Jungs waren dort noch 40 Yaks und 50 Ziegen und Schafe. Wir sind wieder wandern gewesen (bis auf ~5000m) und haben uns das äußerst einfache Leben angesehen. Das aber anscheinend seinen Reiz hat, da die Familie erst vor einigen Jahren aus Murgab dorthin gezogen ist. Also: man ißt hier viel frisch gebackenes Brot, dazu frischen Yak-Kefir, heizt mit Yak-Fladen (Holz gibt es nicht), wäscht sich im Fluß, und sucht sich zum Kacken einen Platz mit schöner Aussicht. Der Tagesablauf richtet sich nach dem Sonnenstand, und nachts gab es Frost. Uns hat es hier sehr gut gefallen. Wir haben auch schon mal geübt:
Yakmelken; Arbeitskampf inclusive! (Insiderscherz)
Christiane hat ein Yak gemolken [kam sogar was raus :-)] und André eines geritten.
Zurück in Murgab startete gerade ein Festival zu Ehren kirgisischer Pferde mit Reiterspielen und Folklore. Das war recht interessant, auch wenn die Anzahl der Reiter ziemlich klein (12) war. Es ging um das Aufheben von Gegenständen während des Reitens, Kämpfe auf den Pferd (den anderen vom Pferd ziehen) und ein Jungs-Mädel-Reitspiel, das wir leider nicht verstanden haben.
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Ringkampf zu Pferde

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Aufheben von Gegenständen - nicht ganz einfach!
Von Murgab ging es dann wieder den bekannten Pamir-Highway zurück nach Khorog, was aber auch beim zweiten mal immer noch eine Augenweide ist (s.o.). Hier ist dieser Bericht entstanden, und wir bereiten die Weiterreise nach Duschanbe bzw. Tadschikistan vor. Die Leute hier legen schon Wert darauf, "Pamiri's" zu sein, was auch dem Bürgerkrieg Anfang der 90er geschuldet ist, als GBAO (die Pamirregion) mehrere Jahre von der Außenwelt abgeschnitten war.

Mittwoch, 14. August 2013

Zentralasien - ein kurzer Abstecher nach Kirgistan

18.07.2013 - 21.07.2013

Kirgistan, nicht so geplant und doch hier gelandet. Da der Flug nach Bischkek nur etwa die Haelfte vom Flug nach Duschanbe gekostet hat, sind wir nun hier angekommen.
Mit Pegasus-Airline, einem tuerkischen Billigflieger, landeten wir frueh um 4.00 Uhr in Bischkek. Mit dem “Airportbus” , der bei sieben Passagieren, schon kaum mehr Platz fuers Gepaeck hatte, fuhren wir zum Osch-Basar. Mit uns eine Gruppe junger Polen, die ebenfalls nach Osch wollten. So taten wir uns zusammen und sahen uns nach einer Transportmoeglichkeit um. Die war auch relativ schnell gefunden, aber gefahren sind wir erst gegen Mittag. Erst mussten die Polen noch fuer ihre geplante Tour zum Peak Lenin Gas besorgen, was laenger gedauert hat, als gedacht. Dann brauchten wir Zeit um unser ganzes Gepaeck zu verstauen, wobei unsere Rucksaecke den kleinsten Teil einnahmen.
Wie kriegen wir das bloss alles da rein?
Als es endlich soweit sein sollte, kamen uns nun auch noch Polizisten (echte oder falsche – wir hatten keine Ahnung) dazwischen. Wir behielten unsere Paesse fest in den Haenden, so wie die auch ihre “Dienstausweise” nicht hergaben. Naja, nach ein bisschen Smaltalk und etwas genauerem untersuchen der Polen waren die weg – allerdings auch unser Fahrer. Das hiess wieder warten und wir hatten doch noch 600 km vor uns!
Die Fahrt selber fuehrte dann von ca. 800m Hoehe ueber eine Serpentinenstrasse in die Berge. Kurz vor einem Pass durchfuhren wir einen Tunnel, der nie und nimmer vom ADAC als auch nur ausreichend bewertet werden wuerde. Er war lang, dunkel, schmal und irgendwie waren wir alle froh, als dann, nach einer halben Ewigkeit, wieder Licht zu sehen war. Danach ging es gemaessigter bergab, wir sahen die ersten Jurten und kirgisischen Pferde. Am Strassenrand wurde Pferdemilch verkauft.
Die Strasse nach Osch
Nach ca. 11 Stunden kamen wir endlich in Osch an, wieder auf 800m Hoehe. So, jetzt hiess es nur noch eine Unterkunft finden. Uns half dabei eine Restaurantbesitzerin, die im “Osch-Guesthouse” anrief und uns so den Weg zeigen konnte. Da es schon lange dunkel war, war er gar nicht so leicht zu finden. Das Gasthaus befindet sich in der 4. Etage eines Neubaublocks, auch als Platte bekannt, und ist Mini. Aber es ist der Anlaufpunkt der Rucksackreisenden und somit ein wichtiger Ort, den man kennen sollte.
Ein Zimmer bzw. Bett war dort allerdings nicht frei und so gingen wir in einen anderen Block und bezogen ein Bett auf dem Balkon und die Couch im Wohnzimmer.
unsere erste Bleibe - vorn die Couch, im Hintergrund der Balkon
Gleich am anderen Morgen zogen wir aber wieder um, in ein einfaches Zimmer mit eigenem Bad im Hotel “Taj Mahal” – es war sogar noch ein stueckchen preiswerter.
Unser Hauptanliegen in Osch war es, Leute zu finden, mit denen wir einen Jeep nach Murgab (Tadschikistan) teilen und wenn moeglich auch noch eine Nacht am Karakul-See (hoechster See Tadschikistans)  bleiben konnten. In Osch beginnt der beruehmte, zu sowjetischen Zeiten gebaute, Pamir Highway, der bis Khorog in Tadschikistan geht. Unser Ziel Murgab ist von Osch ca. 420 km entfernt. Die Organisation des Jeeps und die "Zusammenfuehrung" von Interessenten lief dann ueber das Osch-Guesthouse, dessen Besitzer (eindeutig Moslem) Deutsch sprach , sehr nett war und uns somit sehr geholfen hat. Es fand sich ein Paar (Englisch/Amerikanisch), die ebenfalls fahren wollten und so hatten wir das schneller erledigt als gedacht . Deshalb hatten wir noch Zeit uns Osch anzusehen.
Osch, der Ueberlieferung nach ueber 3000 Jahre alt, liegt am Rande des Ferghana-Tals. Von diesem Alter ist leider nicht viel zusehen, im Gegenteil, es ueberwiegen die russischen Neubauten.
der Neubaublock, in dem auch unser Zimmer war
Aus der moderneren Zeit kann man sich Statuen ansehen, auch noch von W.I.Lenin.
W. I. Lenin
Alisher Navoi











Ausserdem gibt es einen Hausberg, der sich Thron von Suleiman nennt. Von diesem hat man einen schoenen Blick ueber die Stadt.  Fuer die Einheimischen ist es ein wichtiger Pilgerort und sogar in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.
Thron des Suleiman
Ansonsten haben wir die Zeit auf dem Basar (Zahnpasta gekauft) und  einem Park verbracht. In dem Park gab es viel Spiel und Spass fuer Kinder, schachspielende Kirgisen und Eis!!!
frisches Brot auf dem Basar
Schaschlik im Park
Kulinarisch war es nicht allzu spannend.  Es gibt hier Kebab und Schaschlik, eine Art Nudelsuppe (Lagman) und mit Fleisch gefuellte Teigtaschen (Manteu, gekocht; Samsa, frittiert).
die Moschee von Osch
gekochte gefuellte Teigtaschen - Manteu
 Am 21.07.13 ging es dann frueh los Richtung Tadschikistan, davon spaeter mehr...

Mittwoch, 24. Juli 2013

Piatra Craiului in Rumaenien

05.07.2013 - 17.07.2013


Piatra Craiului
Unsere erste wirkliche Station auf unserer langen Reise ist nun Rumaenien. Wir haben dabei aber nicht so sehr alle Sehenswuerdigkeiten dieses Landes im Blick, sondern die Verbesserung unserer koerperlichen Konstitution. Wir sind im Naturpark PIATRA CRAIULUI  und gehen hier fast jeden Tag in die Berge. Berge heisst hier entweder steil hinauf oder steil hinunter, manchmal auf Waldboden aber ganz oft ueber Geroell oder Steine. Ein paar Klettereinlagen waren auch dabei.
Es ist, nach einem langen anstrengenden Tag, immer wieder schoen in unsere Pension "KYFANA" zurueckzukommen und von Ligia, Monika und der Familie verwoehnt zu werden. Da bleibt es nicht bei einem Gang zum Abendessen. Und vorher gibt es immer einen Palinka (doppeltgebrannter Obstschnaps mit entsprechend vielen Umdrehungen).
Palinka - und das nicht zu knapp!

Fuer Leute, die wandern/trekken wollen, ist dies eine super Option. Der Ort Zarnesti ist direkt beim Nationalpark und ein idealer Ausgangspunkt zu fast allen Strecken. Die Touren selber sind sehr gut ausgezeichnet, nur mit der Einteilung der Schwierigkeitsgrade taten wir uns etwas schwer. Vor allem ich hatte einen heiden Respekt vor allen Touren, die nicht mit Gruen (leicht) markiert waren.Auch fuer Kletterer und Kletterinnen sind hier ausreichend Waende vorhanden.
Hier in den Waeldern gibt es auch noch eine grosse Population von Baeren und Woelfen, wir haben jedoch keine gesehen.
Neben den Wandertouren haben wir uns dann doch auch in der Region umgeschaut und Rasnov, Bran und Brasov besucht.
In Rasnov gibt es eine alte Burg, die die saechsischen Siedler dort erbaut haben. Die Burg sieht vom Ort gesehen sehr maechtig aus, innen ist sie jedoch kaum restauriert (was ja nicht schlimm ist), aber der kleine begehbare Teil ist mit Souvenirlaeden vollgestopft, das hat uns nicht so gefallen. Fuer Kinder ist es aber ein Erlebnis, da diese dort mit Ritterspielen und Kostuemen beschaeftigt werden. Wir haben uns im Bogenschiessen geuebt, ich habe wenigsten mal das Teil mit den Ringen getroffen, aber nicht die Ringe.
Das Schloss in Bran aus dem 14. Jh., das oft mit der Draculageschichte in Verbindung gebracht wird, war hinsichtlich der Ausstellung sehr sehenswert, dafuer war der Eintritt auch gleich viel hoeher. Das Schloss selber begeistert durch viele Tuerme, Erker und kleine Balkone. Die Ausstellungsstuecke betreffen vor allem Moebel und Gebrauchsgegenstaende aus der Zeit von Koenigin Maria von Rumaenien (um 1920). Die Beschreibungen sprachen immer von "Queen Mary", was erst irritierte. Nach Ende der Ceausescu-Zeit wurde das Schloss an die Erben von Prinzessin Ileana zurueckgegeben, die es 2009 als Museum wieder eroeffneten.
Bran - ein schoenes Schloss, aber Dracula war nie hier
Hinsichtlich der Draculageschichte ist nicht sicher ueberliefert ob Fuerst Vlad Tepes dort ueberhaupt mal war. Aber es aehnelt sehr der Beschreibung von Bram Stroker, deshalb war auch ein kleiner Teil der Ausstellung dem Thema Vampire, Dracula und Bram Stocker gewidmet.
siebenbuergische Kueche in Brasov
In Brasov haben wir unsere weitere Reise organisiert, das lebendige Strassenleben genossen und uns natuerlich auch ein paar Sachen angeschaut. Das beruehmteste Bauwerk ist die sogenannte "Schwarze Kirche", die so heisst, weil sie bei einem Brand schwarz gefaerbt war.
die "Schwarze Kirche" in Brasov
Heutzutage ist sie wieder grau, aufgrund ihrer Groesse aber immer noch das Hauptwahrzeichen der Stadt. Im Inneren gibt es eine Buchholz-Orgel und noch etwas Besonderes: ueber 100 orientalische Gebetsteppiche bedecken die Waende, die Haendler aus Dankbarkeit, dass sie die Reise in den Orient unbeschadet ueberstanden haben an die Kirche spendeten. Leider haben wir ein Orgelkonzert verpasst. So konnten wir diese Zeit fuer's Essen nutzen - transylvanische Wurst, Kraut und Polenta - ganz schoen deftig.
In Brasov gibt es noch eine superkleine Strasse, sie ist etwa 100 m lang und ca. 1,50 m breit und natuerlich fuer den Autoverkehr nicht zugaenglich.Ausserdem ist noch ein grosser Teil der Stadtbefestigung mit den Stadttoren erhalten. Von diesen ist das Katharinentor das Schoenste.
Bevor wir nun unsere Reise fortsetzten, haben wir noch einen Freund besucht. Diesen kennen wir von unserem Winzer an der Ahr (Biowein Baecker) und er hat dort ein Grundstueck mit einem Haus und viiieel Land. Wir verbrachten zwei Abende dort.
Rumaenien wird sicherlich nochmal zu unseren Reisezielen gehoeren, fuer diesmal war es das aber erstmal.



Mittlerweile sind wir bereits in Tadschikistan. Dabei haben wir kurz Kirgistan gestreift. Von unseren Erlebnissen hier werden wir Euch spaeter berichten.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Es ist soweit...

03.07.2013
Meine Habseligkeiten für die nächsten Monate
Morgen geht es los.

Nachdem wir nun endlich alle organisatorischen Angelegenheiten erledigt haben, werden wir morgen in Richtung Rumänien aufbrechen. Mit dem Zug geht es über Budapest nach Brasov.
Wir haben unsere Visas bekommen, was letztendlich noch am einfachsten war.
Unser Häuschen ist geräumt und auch unsere Verwandten haben wir alle nochmal besucht.
Unser Moritz ist in supergute Hände gekommen - vielen Dank, liebe Margit.
Außerdem möchten wir uns auch bei allen bedanken, die uns so tatkräftig, vorallem in den letzten Tagen, unterstützt haben: Mutti und Hubert, Eva und Michael, Ralf, Kurt, Andreas, Ingo und Petra, unser Vermieter und die Dame vom Bahnhof.

Ab morgen sind wir dann unterwegs und werden bemüht sein, regelmäßig hier über diesen Blog unsere Erlebnisse mit Euch zu teilen. Dabei wird uns tatkräftig unsere Reisebegleitung "Hasenbommel" helfen.
unser Hasenbommel
LG
C&A